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Tereza Hendl and Bianca Jansky:? Femtech-Technologien wie Menstruations- und Fruchtbarkeits-Tracker versprechen ihren Nutzerinnen Empowerment durch verl?ssliches Wissen über und Kontrolle über ihren K?rper und die Kontrolle über ihre reproduktive Gesundheit. Der Begriff der Erm?chtigung durch Menstruations- und Fruchtbarkeits-Apps verdient jedoch eine genauere Betrachtung. Auf der Grundlage einer thematischen Analyse einer Reihe von Werbematerialien für "Frauengesundheit" untersuchen wir die Art von Empowerment, die von App-Anbietern versprochen wird, und weisen auf erhebliche Widersprüche und Spannungen in den diskursiven Erz?hlungen von Empowerment hin. Aufbauend auf digitaler Soziologie und intersektionaler feministischer Forschung stellen wir fest, dass der Diskurs, der viele der Gesundheits-Apps bewirbt, auf ausgrenzenden Ontologien, normativer Weiblichkeit, epistemischer Ungerechtigkeit und heterosexistischen Vorstellungen von weiblicher Sexualit?t beruht, was die befreiende Rhetorik dieser digitalen Gesundheitstechnologien untergr?bt. Tereza Hendl & Bianca Jansky?(2022)?Tales of self-empowerment through digital health technologies: a closer look at ‘Femtech’,?
Review of Social Economy,?80:1,?29-57,?DOI:?10.1080/00346764.2021.2018027 ? Tereza Hendl, Tiara Roxanne:? In unserem Beitrag wird die Ethik der digitalen Pandemieüberwachung aus der Perspektive indigener V?lker beleuchtet. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass indigene V?lker zu den Gemeinschaften geh?ren, die am st?rksten von der Ausbreitung pandemischer Infektionskrankheiten betroffen sind. ?hnlich wie andere ethnisierte Teilpopulationen sind indigene V?lker aufgrund struktureller Marginalisierung und damit verbundener Komorbidit?ten mit auffallend hohen Sterblichkeitsraten durch COVID-19 konfrontiert, und diese hohen Raten wurden durch vergangene und gegenw?rtige koloniale Dominanz noch versch?rft. Gleichzeitig bergen digitale Technologien zur Pandemieüberwachung, die als wirksame Instrumente zur Eind?mmung einer Pandemie angepriesen werden, Risiken für indigene Bev?lkerungsgruppen, die eine dringende und gründliche Untersuchung rechtfertigen. Aufbauend auf der dekolonialen Wissenschaft und den Debatten über indigene Datensouver?nit?t argumentieren wir, dass indigene Gemeinschaften, die eine digitale Pandemieüberwachung einführen wollen, über diese Technologien verfügen müssen, einschlie?lich der Verfügungsgewalt über ihre eigenen Gesundheitsdaten, über die Art und Weise, wie Daten gesammelt und gespeichert werden, und darüber, wer Zugang zu den Daten hat. Idealerweise sollten diese Instrumente von indigenen V?lkern selbst entwickelt werden, um die Kompatibilit?t mit indigenen Kulturen, Ethiken und Sprachen sowie den Schutz des Lebens, der Gesundheit und des Wohlergehens der Indigenen zu gew?hrleisten. Hendl, T., &?Roxanne, T.?(2022).?Digital surveillance in a pandemic response: What bioethics ought to learn from Indigenous perspectives.?
Bioethics,?36,?305–?312.?https://doi.org/10.1111/bioe.13013 ? Verina Wild,?Jan-Christoph Heilinger?and?Alison Thompson Zentraler Ausgangspunkt für die ethische Diskussion public-health-bezogener Fragen, wie dem Pandemiemanagement, ist die bestehende soziale Ungleichheit in der Gesundheit und die damit zusammenh?ngende soziale Gerechtigkeit. Hieraus entsteht kein Widerspruch zwischen Freiheit und Gerechtigkeit. Freiheitliche Grundrechte k?nnen nur ausgehend von einem gerechtigkeitsbezogenen Ansatz gesichert werden. Auf dieser Basis müssen Vulnerabilit?ten identifiziert und Ma?nahmen entwickelt werden. Wild, Verina, Heilinger, Jan-Christoph and Thompson, Alison. "Covid-19 und Public-Health-Ethik. Gerechtigkeit ernst nehmen"?Public Health Forum, vol. 30, no. 1, 2022, pp. 24-27.?https://doi.org/10.1515/pubhef-2021-0140 ? Cristian Timmermann,?Katharina Wabnitz?and?Verina Wild Die Klimakrise ist ein aus gesundheitsethischer Sicht komplexes Problem, das mit verschiedenen ethischen Instrumenten angegangen werden muss. Um den Diskurs zu bereichern, sollten wir die Kluft zwischen Public Health-Ethik und Umweltethik überbrücken. Eine planetare Gesundheitsethik k?nnte helfen, eine ganzheitliche Perspektive zu entwickeln und ein Bewusstsein für die vielen ethisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt zu schaffen. Timmermann, Cristian, Wabnitz, Katharina and Wild, Verina. "Responding to the climate crisis – bridging the gap between public health ethics and environmental ethics"
Public Health Forum, vol. 30, no. 1, 2022, pp. 37-40. https://doi.org/10.1515/pubhef-2021-0141 ? David Freis: Im M?rz 1970 verband die allererste medizinische Telekonferenz US-amerikanische Luftfahrtexperten in Houston und San Antonio mit einem Publikum von 25.000 ?rzten in Kongresszentren in Westdeutschland, ?sterreich und der Schweiz. Wie dieser Artikel zeigt, war die "伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏izin Interkontinental"-?bertragung eine kostspielige Demonstration der neuesten Entwicklungen in der Satellitentelekommunikation und der Projektionstechnik sowie eine Bühne für weltraumzeitliche Visionen über die Zukunft der 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏izin im Anschluss an die Mondlandung. Die audiovisuelle und die Weltraumtechnologie wurden gleichzeitig zum 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏ium und zur Botschaft der medizinischen Zukunft. Die Telekonferenz war ein audiovisuelles Techno-Spektakel, das den H?hepunkt der Zukunftsbegeisterung der deutschen ?rzteschaft Ende der 1960er Jahre markierte, aber auch von den konkreten Interessen der Beteiligten abh?ngig war, zu denen die Bundes?rztekammer, medizinische Zukunftsforscher, die NASA, die U.S. Air Force und das Schweizer Pharmaunternehmen Ciba geh?rten. Jahrzehnte vor dem Einzug von Telekonferenzen und Telemedizin in den medizinischen Alltag schufen die Konvergenz von neuer 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏izin- und 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏ientechnik, die Ver?nderungen in der medizinischen Ausbildung, die Geopolitik des Kalten Krieges und das Pharmasponsoring einen kurzen Ausblick auf eine technologiegestützte Zukunft der 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏izin, die mit der Ver?nderung dieser Konstellationen Anfang der 1970er Jahre zerfiel. Freis, D. (2022). When Teleconferencing was the Future: The 1970 ‘伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏izin Interkontinental’ Transmission and West German 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏icine in the Space Age,?
European Journal for the History of 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏icine and Health?(published online ahead of print 2022). doi:?https://doi.org/10.1163/26667711-bja10018 ? Adeline Perrot, Ruth Horn: Im Juli 2021 verhandelte der High Court of Justice des Vereinigten K?nigreichs in der Rechtssache CO/2066/2020 über den Antrag von Heidi Crowter, die mit dem Down-Syndrom lebt, und Máire Lea-Wilson, deren Sohn Aidan das Down-Syndrom hat. Crowter und Lea-Wilson haben mit Unterstützung der Behindertenrechtskampagne "Don't Screen Us Out" gegen den Minister für Gesundheit und Soziales (die britische Regierung) geklagt, um eine ?berarbeitung des Abtreibungsgesetzes von 1967 zu erreichen: die Streichung von Abschnitt 1(1)(d), der einen Schwangerschaftsabbruch bei "schwerwiegenden" fetalen Anzeichen, die nach der 24. Schwangerschaftswoche festgestellt werden, rechtm??ig macht. Am 23. September 2021 wies der High Court die Klage ab. Die Klage erfolgte zu einem Zeitpunkt, als nicht-invasive pr?natale Tests (NIPT) in das NHS England-Programm zum Screening auf fetale Anomalien für die Trisomien 21, 13 und 18 eingeführt wurden. Die Einführung des NIPT wurde heftig kritisiert, insbesondere von den Aktivisten der Kampagne "Don't Screen Us Out", da sie die Selektion von F?ten und die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen verst?rkte. Der Fall von Crowter und Lea-Wilson spiegelt die Debatten in anderen europ?ischen L?ndern wie Frankreich und Deutschland wider, wo die Einführung von NIPT im ?ffentlichen Gesundheitssystem ebenso heftige ?ffentliche Reaktionen und Diskussionen ausgel?st hat. Der Vergleich zwischen diesen drei L?ndern erm?glicht es, die ?ffentlichen Diskurse über NIPT und die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch in einen Zusammenhang mit unterschiedlichen soziokulturellen und politischen Kontexten zu stellen. Wir untersuchen, wie jedes Land, und insbesondere England, mit dem Konflikt zwischen den Grunds?tzen der F?rderung der Rechte von Menschen mit Behinderungen und der Wahrung der reproduktiven Autonomie der Frauen umgeht. Perrot?A,?Horn?R. Preserving women’s reproductive autonomy while promoting the rights of people with disabilities?: the case of Heidi Crowter and Maire Lea-Wilson in the light of NIPT debates in England, France and Germany
Journal of 伟德国际_伟德国际1946$娱乐app游戏ical Ethics?Published Online First:?28 March 2022.?doi:?10.1136/medethics-2021-107912 ?